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Kopie oder Inspiration?

Inzwischen fällt es vermutlich auf, dass ich mich ganz schön viel in Facebookgruppen herumtreibe. Und leider erlebe ich hier öfter mal kreative Kollisionen. Da kommt es vor, dass jemand ganz stolz sein Werk präsentiert und plötzlich kommt aus allen Richtungen der Vorwurf: „Kopie“! Aber auch unter Gewerbetreiben macht sich immer mal wieder der Verdacht breit: „Da kopiert jemand meine Produkte!“

Und bevor jemand mich in den folgenden Absätzen falsch versteht – Bei Urheberrechtsverletzungen verstehe ich keinen Spaß, aber dazu an anderer Stelle noch mal etwas mehr 😉

Doch gerade im Urheberrecht findet sich ein sehr interessanter Begriff. Da ist nämlich von der Schöpfungshöhe die Rede. Übersetzt heißt das, dass ein Werk erst schützenswert ist, wenn es sich erheblich von einem anderen schon dagewesenen unterscheidet. In so manchen Bereichen ~ zum Beispiel in der Modewelt ~ ist eine wirkliche Innovation aber schwer realisierbar, weil es zum einen fast schon Alles gab. Ich sage nur Retro-Welle *hust* . Zum Anderen sind die Möglichkeiten limitiert. Denn ein Pulli hat nun mal zwei Ärmel, weil Einer zu wenig ist und drei Stück doof aussehen.

Bei aller Wut über eine der Kopie, sollte man immer bedenken, dass es durchaus vorkommen kann, dass zwei Menschen ~ vielleicht sogar zeitgleich UND unabhängig voneinander ~ die gleichen Idee haben. Das wohl bekannteste Beispiel ist hier wohl die Erfindung des Telefons.

Aber es gibt auch die weniger bekanntes Beispiele, die man am eigenen Laib erfährt. So wie mir letztens.

Ich habe ganz tolle Ohrringe gemacht. Völlig innovativ, habe ich das weiße Fimo mit einer Häkelspitze strukturiert. Ich war so begeistert und habe es total stolz einer Handmade-Kollegin gezeigt. Und siehe da, sie hatte vor einiger Zeit die gleiche Idee gehabt und mir postwendend, ein Schmuckset in der gleichen Technik gezeigt. Und wer war jetzt zuerst?

Vielen Dank an Tanja von Froschzauber

Und mal ganz ehrlich … wir sind tagtäglich so vielen Eindrücken ausgesetzt, wer kann da von sich sagen, dass seine Ideen zu 100% von sich selbst kommen. Aber das ist doch auch der Motor, dass man etwas sieht, was einem gefällt und man das für sich umsetzt. Natürlich nicht als Kopie sondern in seinem Stil.

In diesem Beispiel war ich einfach begeistert von der Farbwahl der Kollegin, also habe ich die gleichen Farben für meinen Kettenanhänger genutzt. Und herausgekommen ist ein weiteres Original, das eindeutig von dem anderen Original inspiriert wurde 🙂

Vielen Dank an Justyna von Justibell

In diesem Sinne wünsche ich mir immer wieder ~ Macht Euer eigenes Ding, lasst Euch inspirieren ABER kupfert nicht bei Anderen ab!

Und zu guter Letzt wünsche ich mir, dass sich alle ein bisschen lockern, aufeinander zugehen und wieder mehr Harmonie unter den kreativen Köpfen herrscht.
Deswegen immer schön dran denken:

Liebe Grüße

Katrin

2 Comments

  • reeny

    Schöne Gedanken. Ich finde deine Fotobeispiele eine tolle Idee um zu zeigen, wo man wie (mit oder ohne Absicht) von anderen kopiert. Ich hoffe auch, dass es bald mal wieder friedlicher ich der Community wird …

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